Wir schreiben das Jahr 1986. Die Firma ACT! bringt eine Software auf den Markt, die von vielen kaum verstanden wird. Sie ist eine Art elektronischer Visitenkartenkasten, aber sie stellt den Beginn des digitalen Marketings dar. Robert Shaw und Robert Kestenbaum gelten als die Pioniere, sie beginnen große Datenbanken für Kunden wie Barclays aufzubauen.

1990 waren gerade mal 16 Millionen Menschen online und verbrachten nicht mehr als 30 Minuten am Tag im Netz, was damals im Wesentlichen die Portale von AOL und Compuserve waren. Dennoch entwickelten Programmierer die Kundendatenbanken weiter zu etwas, was schließlich als Customer Relationship Management (CRM) in die Firmenzentralen Einzug hielt. Das war auch die Zeit, in der Oracle seinen Aufstieg begann.

Immer mehr Firmen begannen in den 90ern statt Fax auch Email zu benutzen, die ersten Webseiten wurden konzipiert, Onlineshopping war geboren. Damit änderten sich auch die Anforderungen an die CRM – sie mussten elektronischer werden. Moderne eCRM-Software berücksichtigten die neue Technik, integrierten Emails in den Prozess und verlagerte die Technik von Clientrechnern zu Onlineversionen.

Doch nicht jeder hatte die Möglichkeiten, große Datenmengen selbst zu verarbeiten. Das war die Geburtsstunde von Salesforce, die ersten, die Software-as-a-Service (SAAS) anboten. Nun mussten Firmen nicht mehr Marketingtools teuer entwickeln, sondern konnten sich wie in einem Supermarkt im Angebot von Salesforce bedienen.

Das Platzen der dot.com-Blase bedeutete für manche Firmen einen Rückschritt, aber das digitale Marketing entwickelte sich weiter. Mit dem Aufkommen der Handys gab es neue Anforderungen und alle bisherigen erfolgreichen Konzepte wurden auf den Kopf gestellt, als soziale Medien ihren Siegeszug antraten. Diese Medien waren ausschließlich digital und es bedurfte immer mehr spezialisierter Softwaretools, um diese neuen Kanäle wirksam bewerben zu können.

Heute nutzen Kunden nicht nur Technik, sondern sind komplett abhängig von ihr. Konsumenten erwarten heute, dass eine Software funktioniert, haben hohe Anforderungen an Kampagnen und gehen davon aus, dass diese digital auf allen Werbekanälen gespielt werden, von Facebook bis Snapchat.